April 15, 2017

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Im Vergleich mit einem Smartphone ist das Galaxy Tab ein Riese. Wer ein kleines Mobiltelefon haben will, wird das Galaxy Tab nicht in Betracht ziehen. Im Vergleich zum iPad oder zum WeTab hingegen ist Samsungs Smartphonetablet winzig. Ein Tablet also, das der Anwender eigentlich immer mitnehmen kann. Unterboten wird es nur durch den 5-Zoll-Bildschirm des Streak, das aber manchmal wiederum zu klein ist.Samsung hat sich für ein Plastikgehäuse entschieden. Es liegt gut in der Hand und fühlt sich vor allem warm an, da Plastik Wärme nicht so schnell ableitet wie das Aluminiumgehäuse des iPads. Allerdings ist das Plastik sehr glatt, das Galaxy Tab rutscht daher leicht vom Schoß.Mit 12 mm ist das Galaxy Tab angenehm dünn, es lässt sich aufgrund des geringen Gewichts problemlos mit einer Hand halten - bei anderen Tablets führt das schnell zu Schmerzen. Der Rand um das Display ist so groß, dass der Touchscreen beim Festhalten nicht versehentlich berührt wird.

Das Galaxy Tab besitzt verschiedene Knöpfe für das Einschalten, die Lautstärke und vier kapazitiv arbeitende Sensortasten auf der Unterseite. Es sind die typischen Android-Tasten für Suchen, Kontextmenü, Startbildschirm und Zurück.Die Auflösung des Galaxy Tabs ist für ein Android-Gerät ungewöhnlich. 1.024 x 600 Pixel gibt es auf dem 7-Zoll-Display. Die Pixeldichte ist damit angenehm hoch und es gibt viel Platz für feine Darstellungen, wie sie bei Fotos gebraucht werden. Das Panel überzeugt mit guten Farben und das Display invertiert nicht, wenn der Nutzer in unterschiedlichen Winkeln auf das Galaxy Tab schaut. Es fällt allerdings auf, dass es eine perfekte Position gibt, bei der die Farben besonders gut erscheinen. Im Vergleich zum sehr guten Touchscreen von Apples iPad muss sich das Display vom Galaxy Tab dennoch knapp geschlagen geben: Der Bildeindruck ist bei Apple etwas besser, Farben bleiben über einen weiten Bereich stabil und das Display ist heller. Mit Samsungs eigenen AMOLED-Panels kann das Galaxy Tab auch nicht mithalten. Gespart hat Samsung beim Galaxy-Tab-Display allerdings definitiv nicht. Andere Tablets setzen zum Teil auf sehr schlechte TN-Panels, dazu gehört auch das WeTab, dessen Winkelabhängigkeit den Nutzer dazu zwingt, das Ein-Kilo-Tablet ständig in der richtigen Position zu halten.

Die Helligkeit des Displays kann beim Galaxy Tab auf zwei Arten bestimmt werden. Manuell, indem ein Schieberegler bewegt wird, oder automatisch, dann übernimmt das Galaxy Tab die Arbeit selbst. Im Test erschien uns das Ergebnis der automatischen Regelung immer viel zu dunkel.Gewünscht hätten wir uns eine Semiautomatik, bei der der Nutzer die Grundhelligkeit der Automatik nachjustieren kann. So aber schalteten wir lieber auf manuelle Steuerung. Auf die Helligkeitseinstellungen kann leicht über die Statusleiste zugegriffen werden.In den Einstellungen findet sich ein Energiesparmodus, der das Display unabhängig von den oben genannten Einstellungen dimmt. Das ist unnötig kompliziert für Nutzer, die die volle Helligkeit erreichen wollen. Die Helligkeit dürfte damit ausreichen, um auch unter Sonneneinstrahlung das Display noch ablesen zu können. Wegen akuten Sonnenmangels in Berlin konnten wir das allerdings nicht testen. Die Farben wirkten in der Maximaleinstellung besonders kräftig.

Ein Klangwunder sollten Anwender beim Galaxy Tab nicht erwarten. Es hat den Sound von Notebooks. Im Vergleich zum iPad fehlt etwas Bass, das hat aber auch Vorteile, denn anders als beim iPad stören beim Betrachten von Videos keine Vibrationen der Soundkulisse, die unter Umständen das Gehäuse mitschwingen lassen und sich auf die Finger übertragen.In einem kurzen Videotest konnten wir Videomaterial bis 720p hinauf vom Galaxy Tab abspielen lassen, 1080p wurde nicht erkannt. Als Demofilm diente der frei verfügbare Sintel-Film des Open-Movie-Projekts rund um die Software Blender. Das MP4 spielte das Gerät anstandslos ab. Allerdings kam es mit dem Surround-Ton nicht zurecht. Ein weiterer DivX-HD-Demofilm funktionierte ebenfalls, ruckelte aber etwas. Der 1-GHz-Hauptprozessor und seine Videobeschleunigung sorgen in der Regel für ein flüssiges Erlebnis unter Android.

Der Ein- und Ausschalter wird beim Betrachten von Videos umfunktioniert, er sperrt dann die Videokontrollen und die Android-Knöpfe, statt das Gerät abzuschalten. Dadurch wird verhindert, dass das Gerät beim Videoschauen versehentlich bedient wird. Im Videoplayer sind die Helligkeitseinstellungen direkt zugänglich.Samsung hat das Android 2.2 alias Froyo ein wenig an das System angepasst. So können die Startbildschirme per Multitouch zusammengezogen werden. In der oberen Statusleiste ist auch der Status der Drahtloseinstellungen untergebracht. Darüber lassen sich GPS, WLAN, Bluetooth und die Helligkeit direkt einstellen, ohne erst ein Einstellungsmenü aufrufen zu müssen.Auf den ersten Blick sieht es aber aus wie jedes andere Android-Gerät. Damit unterscheidet sich Samsung vom Mitbewerber Dell, der beim Streak recht viel Entwicklungszeit in die Anpassung an die Gerätemaße und -eigenarten gesteckt hat. Als Folge musste Dell das Streak allerdings noch mit Android 1.6 ausliefern. Android 2.2 kommt für dieses Gerät erst im Laufe des Jahres 2010. Trotzdem ist der Ansatz von Dell eleganter: Bestimmte Menüs sind zugänglicher und es stellt sich nicht so schnell das Gefühl ein, in ein überdimensioniertes Google-Telefon zu starren.

Samsungs Ansatz hat allerdings auch erhebliche Vorteile: Updates dürften schneller kommen, eines davon ist schon versprochen. Ob das nun Android 2.3 oder Android 3.0 ist, steht noch nicht fest.Über den Android Market lassen sich zusätzliche Applikationen auf dem Gerät installieren. Einige Apps sind noch problematisch, denn dem Galaxy Tab fehlt beispielsweise der Navigationsball, den eigentlich alle Android-Smartphones besitzen und der in manchen Spielen benötigt wird. Diese Spiele funktionieren daher auf dem Galaxy Tab nicht.Die für Android-Geräte noch unüblich hohe Auflösung sorgt bei einigen Anwendungen für kleine Schwierigkeiten: Classic Jewels etwa hat große Balken rund um die Anwendung. Opera Mini verschwendet mit seinen überdimensionierten Buttons viel Platz auf dem Galaxy Tab. Anwendungen, die beim Dell Streak noch Probleme bereiteten, wie etwa der Newsroom, funktionierten aber auf dem Galaxy Tab anstandslos. Die Entwickler gewöhnen sich offenbar an die Auflösungsvielfalt. Das Galaxy Tab nimmt als Mobiltelefon eine SIM-Karte auf. Genutzt wird das Format der zweiten SIM-Karten-Generation, wie es bei fast allen Mobilgeräten der Fall ist. Die SIM-Karte wird seitlich eingesteckt und von einer Schutzlasche geschützt. Sie bleibt leicht zugänglich. Wer die SIM-Karte zu spät einlegt, muss darauf warten, dass sich das Galaxy Tab neu startet. Erst dann kommt die Abfrage einer PIN. Auch das Entfernen der SIM löst einen automatischen Neustart aus.

Neben dem Platz für die SIM-Karte befindet sich ein MicroSD-Slot für Speicherkarten. Damit stehen neben den internen 16 GByte maximal weitere 32 GByte zur Verfügung. Da eine eingesteckte MicroSD-Karte von außen durch eine Klappe geschützt ist, muss sich der Anwender keine Sorgen machen, die winzige Karte zu verlieren. Die Karte sollte nicht einfach entfernt werden, ohne dem Betriebssystem Bescheid zu geben, sonst meckert Android über den plötzlichen Verlust eines Speichermediums.Im Inneren des Tabs steckt eine Mobilfunkempfangseinheit, die mit recht vielen Frequenzen umgehen kann. Dank GSM-Quadband ist die Telefonie weltweit fast lückenlos, HSPA wird auf den Frequenzen 900, 1.900 und 2.100 MHz unterstützt. Das genügt für viele Kontinente, einschließlich Nord- und Südamerika sowie Asien. CDMA wird nicht unterstützt. In Deutschland ist dieser Standard jedoch nahezu irrelevant, da nur wenige Räume wie Aachen und Köln überhaupt CDMA-/EV-DO-Netze besitzen. Für den amerikanischen Markt soll es eine CDMA-Version des Galaxy Tab geben.

Flexibel ist auch das WLAN. IEEE 802.11n beherrschen mittlerweile viele Geräte, Samsungs Galaxy Tab funktioniert auch mit n-Netzwerken auf dem 5-GHz-Band. Zusätzlich werden für Abwärtskompatibilität 802.11a, b und g unterstützt.Modern gibt sich das Galaxy Tab auch bei der Bluetooth-Unterstützung. Der Standard in der Version 3.0 wird bereits genutzt. Per Assisted GPS findet das Galaxy Tab recht schnell seine Position, auch wenn Satelliten für das Gerät nicht sichtbar sind.Gedockt wird das Galaxy Tab über einen proprietären Anschluss, wie Samsung auf Nachfrage angab. Dieser sieht PDMI (Portable Digital Media Interface) und auch Apples iPod-Steckern sehr ähnlich. Im Netz gibt es einige Diskussionen zu dem Anschluss, in denen behauptet wird, dass es doch PDMI ist. Mangels PDMI-Zubehör - der Anschluss ist noch recht neu - konnten wir das nicht abschließend überprüfen. Die Hersteller, die den Standard verwenden - dazu gehört Dell mit dem Streak -, hängen das bisher nicht an die große Glocke.

Der Lagesensor des Galaxy Tab ist für unseren Geschmack etwas zu empfindlich. Wer gemütlich auf der Couch sitzt, hat das Tab vielleicht ein wenig zur Seite geneigt, was schon den Sensor auslösen kann. So wird aus dem Hochkantmodus unvermittelt ein Quermodus. Abhilfe gibt es aber: Die automatische Drehung lässt sich abschalten, bei Bedarf auch über die Statusleiste.Die Kamera des Galaxy Tab mit einem 3-Megapixel-Sensor ist nicht besonders gut, wenn sie mit dem iPhone 4 verglichen wird. Sie hat Probleme mit kontrastreichen Motiven und rauscht stark. Schlimm wird es für die Kamera, wenn die Linse mit Fett verschmiert ist. Für den ein oder anderen Schnappschuss reicht das aber, sofern das Schutzglas vorher geputzt wird.Mit dem Galaxy Tab kann der Nutzer telefonieren, obwohl das dem Gerät nicht anzusehen ist. Das Mikrofon hat Samsung oben an der linken Seite angebracht, die Lautsprecher sind unten. Es ist also nur für das Telefonieren per Freisprechen oder Headset gedacht. Zum Glück, denn so bleibt anderen der Anblick eines Menschen erspart, der plötzlich einen großen Bildschirm ans Ohr drückt. Die Sprachqualität beim Headset-Einsatz hängt dann in erster Linie von der Qualität des verwendeten Headsets ab.

Auffälligkeiten gab es dabei im Test nicht. Im Freisprechmodus versuchte das Galaxy Tab, Störgeräusche weitgehend zu eliminieren, aber auf der Gegenseite merkte der Anwender, dass eine Freisprechfunktion benutzt wurde. Gelegentlich wurde am Ende des Gesprochenen etwas Ton abgehackt, um Umgebungsgeräusche zu unterdrücken. Mit dem Headset verbesserte sich die Sprachqualität beim Telefonieren für beide Seiten.Zum Surfen unterwegs eignet sich das Galaxy Tab besonders gut. Es ist schön handlich und die Tastatur funktioniert prima. Wer will, kann auch wischend Wörter eingeben. Eine Swype-Funktion erkennt die zu schreibenden Wörter, während der Nutzer mit dem Finger Buchstaben auf der Tastatur verbindet.Dank des Flash-Plugins funktionieren auch Flash-Videos auf Webseiten gut, ruckelfrei ist das Ergebnis leider nicht immer. Im Unterschied zu einer Maus oder einem elektrostatischen Stift fehlt bei Fingern ein Schwebezustand über Elementen, Flash-Anwendungen müssen also gegebenenfalls an die Fingerbedienung angepasst werden.

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