April 14, 2017

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Auch beim Browser geht Microsoft einen eigenen Weg. Während die Mehrzahl aktueller Smartphone-Betriebssysteme auf einen Webkit-Browser setzt, steckt in Windows Phone 7 eine mobile Version des Internet Explorer. Der Browser arbeitet im Hintergrund und unterstützt Multitouch-Zoom sowie Doppeltippen-Zoom, um die Zoomstufe einer Webseite anzupassen. Maximal sechs Tabs können im Browser geöffnet werden und der Browser reagiert schnell. Bei der Unterstützung von Webstandards schneidet der mobile Internet Explorer nicht sonderlich gut ab, im Acid-3-Test schafft er gerade mal zwölf von 100 Punkten. Der Browser kann sowohl im Hoch- als auch im Querformat verwendet werden. Aber nur im Hochformat können Lesezeichen aufgerufen und URLs eingegeben werden. Die dafür notwendigen Bedienelemente fehlen in der Querformatdarstellung, dadurch steht der gesamte Displaybereich zum Lesen zur Verfügung. Die Lesezeichen werden immer alphabetisch sortiert, eine manuelle Sortierung oder weitere Rubrizierung sind nicht vorgesehen. Bei vielen Lesezeichen wird es schnell unübersichtlich, zumal ein Sonderbereich mit den oft benötigten Lesezeichen fehlt.

Microsofts Browser kennt zwei unterschiedliche Darstellungsoptionen. In der Desktopansicht gibt sich der Browser als normaler Internet Explorer aus. In der Handyansicht gibt die Kennung an, dass es sich um einen mobilen Browser handelt. Einige an mobile Geräte angepasste Webseiten lassen sich ausschließlich in diesem Modus anzeigen und manche Webseite leitet einen dann automatisch auf das mobile Angebot um. Die Mobilseite von Spiegel Online etwa wird nur in der Handyansicht angezeigt, allerdings fehlerhaft, so dass der Nutzer nach links und rechts scrollen muss, um die Inhalte zu lesen. Die Zoomfunktion funktioniert nicht. Für das optimale mobile Surfen muss der Anwender eigentlich ständig zwischen Handy- und Desktopansicht hin- und herschalten. Das ist äußerst unkomfortabel.Bei Nutzung der Google-Seite in der Handyansicht verhält sich der Browser im Vergleich zu modernen Browsern für andere Smartphone-Plattformen sehr ungewöhnlich. Alle Suchtreffer in der mobilen Google-Seite öffnet der Browser als Unterseite von Google statt die URL direkt aufzurufen. Das führt dazu, dass sehr viele Webseiten falsch dargestellt werden und die tatsächliche URL nicht zu entziffern ist. Wenn die Google-Suche mindestens einmal - auch bei abgeschalteten Cookies - in der Handyansicht geöffnet wurde, erscheint die normale Google-Suche erst, nachdem alle Cookies gelöscht worden sind. Weil sich Cookies nicht einzeln löschen lassen, gehen dabei auch alle gespeicherten Kennwörter und der gesamte Browserverlauf verloren.

Adobes Flash Player ist noch nicht für Windows Phone 7 verfügbar. Es ist aber geplant, dass dieser später für Windows Phone 7 erscheint. Auch ein Youtube-Client wird nicht mitgeliefert. Im Marketplace gibt es immerhin mittlerweile einen abgespeckten Youtube-Client, um sich zumindest Webvideos der Youtube-Plattform ansehen zu können. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um einen vollwertigen Youtube-Client, denn beim Programmaufruf wird zunächst nur die mobile Youtube-Seite im Browser geöffnet. Falls im Browser bereits alle sechs Tabs geöffnet sind, wird ohne jegliche Rückfrage einfach ein Tab geschlossen - sehr ärgerlich. Erst nach der Auswahl eines Videos öffnet sich zur Wiedergabe der Youtube-Client.Der E-Mail-Client ist schnell eingerichtet, bei bekannten Anbietern ist nur die Eingabe von Nutzername und Kennwort erforderlich. Direkt unterstützt werden Hotmail, T-Online-Mail, Yahoo Mail und Google Mail. Sobald ein anderer Betreiber verwendet wird, müssen die Kontoeinstellungen manuell eingegeben werden. Weder bei Web.de noch bei GMX haben die Anmeldedaten genügt, um auf ein Postfach zugreifen zu können.

Der E-Mail-Client reagiert sehr zügig und lässt sich angenehm bedienen. Er kann im Hoch- und Querformat verwendet werden und unterstützt die typischen Zoomgesten. Mit einer Wischbewegung im Posteingang wird die Ansicht gewechselt, um nur die ungelesenen, markierten oder dringenden E-Mails zu sehen. Bequem lassen sich mehrere E-Mails markieren, um diese etwa zu markieren, zu löschen oder zu verschieben.Statt Google Maps gibt es für Windows Phone 7 eine Kartenapplikation. Die Kartendaten werden über die Mobilfunkverbindung bezogen. Bei Auslandsaufenthalten kann die Nutzung der Kartenapplikation aufgrund der Roamingpreise ein teures Vergnügen werden. Die Software unterstützt Zoomgesten, um den Kartenausschnitt bequem zu verändern, eine Querformatsdarstellung gibt es nicht.Neben dem Kartenmaterial können auch Luftbilder eingeblendet werden. Unlogisch: Um nach einer Adresse zu suchen, muss der Suchenknopf in der Software betätigt werden. Ein Druck auf die Suchentaste öffnet seltsamerweise die Bing-Suche. Die Kartenapplikation verfügt über Navigationsfunktionen für die Routenführung zu Fuß oder mit dem Auto. Was der Kartenapplikation aber fehlt, ist eine lokale Suche, um etwa Geschäfte, Restaurants oder Ähnliches in der Umgebung zu finden.

Im Vergleich zur Konkurrenz kann Microsoft mit einer vollwertigen Office-Software punkten, um Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien direkt zu bearbeiten. Auf anderen Plattformen müssen solche Lösungen oftmals separat erworben werden. Per E-Mail empfangene Office-Dateien lassen sich direkt öffnen und diese können wieder per E-Mail versendet werden. Ein PDF-Reader ist nicht dabei. Immerhin steht der Adobe Reader kostenlos im Windows Marketplace als Download zur Verfügung. Der Adobe Reader unterstützt Multitouch-Zoom und kann wahlweise im Hoch- oder Querformat verwendet werden.Die SMS- und MMS-Applikationen fassen Mitteilungen mit einer Person zu einer Unterhaltung zusammen, wie es die Konkurrenz seit langem vormacht. Eine Suchfunktion fehlt dem Programm. Ein Instant Messenger wird mit Windows Phone 7 nicht mitgeliefert.Die Telefonapplikation öffnet standardmäßig die Anrufliste, ansonsten gibt es noch eine Wähltastatur. Bei laufender Telefonapplikation wird das Symbol mit der Empfangsstärke zusätzlich zur Uhrzeit dauerhaft in der Statusleiste angezeigt. Die Sprachqualität bei Telefonaten ist in Ordnung. Wenn ein Anruf verpasst wurde, blinkt die LED am Gerät. Dadurch können verpasste Anrufe auch bemerkt werden, wenn das Display aus ist. Allerdings hört das Blinken schon nach fünf Minuten auf oder endet, sobald die Telefonapplikation geöffnet wird. Aus der Telefonapplikation kann die Adressbuchapplikation aufgerufen werden; eine direkte Adressbuchintegration gibt es nicht.

Das Adressbuch von Windows Phone 7 fasst Kontakte aus mehreren Quellen wie Facebook, Windows Live, Google Kalender oder Yahoo Kalender zusammen, wie es WebOS seinerzeit einführte. Dabei werden zusammengehörige Kontakte erkannt und automatisch zu einem vereint. Diese Kopplung kann nachträglich verändert werden. Eine Rubrizierung der Kontakte gibt es nicht, die Suchtaste öffnet die interne Suche. Kontakte anhand von Initialen werden damit aber nicht gefunden, so ist bei Bedarf mehr Tipparbeit erforderlich. Neben der alphabetischen Liste gibt es eine Übersicht mit den häufig verwendeten Kontakten und einzelne Kontakte lassen sich auf dem Startbildschirm ablegen.Wie auch das Adressbuch kann der Kalender Daten aus verschiedenen Quellen sammeln. Jede Kalenderquelle erhält eine andere Farbe, um diese unterscheiden zu können. Alle neuen Termine landen standardmäßig in der ersten eingetragenen Kalenderquelle. Soll ein Termin in einer anderen Kalenderquelle eingetragen werden, muss das gleich bei der Terminerstellung berücksichtigt werden. Nachträglich kann ein Termin nicht in eine andere Kalenderquelle übertragen werden.

Der Kalender startet entweder mit der Tages- oder Agendaansicht, zwischen denen mit einem Fingerwisch zur Seite gewechselt werden kann. Ansonsten gibt es nur eine Monatsübersicht. Eine Wochenansicht fehlt ebenso wie eine Suchfunktion. Die Navigation im Kalender ist gewöhnungsbedürftig, denn in der Tagesansicht kann nicht mal eben einen Tag weitergeblättert werden. Stattdessen kann nur stundenweise gescrollt werden.Der Kalender unterstützt neben dem Hochformat auch eine Querformatsdarstellung. Aber sowohl in der Agenda- als auch in der Tagesansicht gibt es keinen Umbruch in der Termin- und Ortsbeschreibung. Wenn also die darin enthaltenen Informationen zu lang sind, muss der Termin geöffnet werden, um alles lesen zu können.Der Musik- und Videoplayer ist mit einem Zugriff auf den Zune-Marketplace versehen, um darüber Musik über das Mobiltelefon einkaufen zu können. Der Musikplayer kennt die Rubriken Künstler, Alben, Songs, Wiedergabeliste und Genre, nach denen die Musik durchstöbert werden kann. Die Software lässt sich nur im Hochformat verwenden, nur bei der Videowiedergabe wird automatisch ins Querformat gewechselt. Bei angeschlossenem Headset kann das integrierte Radio genutzt werden.

Der Musikplayer zeigt zwar einen Fortschrittsbalken, aber das Vor- oder Zurückspringen innerhalb eines Titels ist darüber nicht möglich. Zum Vor- oder Zurückspulen müssen die Vor- und Zurücktasten gedrückt gehalten werden. Auch der Fortschrittsbalken im Videoplayer ist nicht klickbar, das Vor- oder Zurückspulen ist auch hier nur durch Drücken der Sprungtasten möglich. Die Suchentaste im Musik- und Videoplayer dient nur dazu, den Zune Store zu durchstöbern. Für die auf dem Gerät gespeicherte Musik und die Videos fehlt also eine Suchfunktion.Wenn der Musikplayer läuft, erscheint für etwa drei Sekunden eine Art Miniplayer auf dem Lock-Screen, um die Wiedergabe zu pausieren, fortzusetzen, zu spulen oder einen Titelsprung vorzunehmen. In allen Applikationen öffnet sich der Miniplayer, wenn eine der Lautstärketasten betätigt wird. Der Aufruf des Musikplayers aus dem Miniplayer heraus ist allerdings nicht möglich. Wenn der Musikplayer im Hintergrund läuft, reagiert das Mobiltelefon in anderen Anwendungen weiterhin sehr schnell und es gibt keine lästigen Verzögerungen.Für Foto- und Videoaufnahmen gibt es eine 8-Megapixel-Kamera mit Autofokus. Die Kameraapplikation startet, sobald die Kamerataste auch bei ausgeschaltetem Display etwas länger gedrückt wird. Das müssen alle Mobiltelefone mit Windows Phone 7 bieten. Damit soll die Kamera möglichst schnell einsatzbereit sein. Der Kamera steht ein Dual-LED-Licht zur Seite und Videos können in 720p-Auflösung aufgezeichnet werden. Die Fotoqualität ist für Schnappschüsse ausreichend, allerdings ist das Bildrauschen auch mit der höchsten Auflösung recht auffällig und die Schärfe könnte besser sein.

Das Kameralicht kann nur über die Optionen umgeschaltet werden. Es fehlt ein Knopf, um den Blitz mal eben ein- oder auszuschalten. Pfiffig gelöst ist der Wechsel von der Kameraapplikation in die Fotosoftware. Mit einem Fingerwisch zur Seite lassen sich die zuletzt gemachten Fotos ansehen. Aufgenommene Fotos können bei Microsofts Onlinefestplatte Skydrive abgelegt werden, so dass sich Fotos darüber mit einem Computer synchronisieren lassen. Das Hochladen von Videos auf Skydrive ist nicht möglich.In der Fotoapplikation werden Fotos entweder in einer Miniaturübersicht oder mit einer praktischen zeitlichen Unterteilung nach Monaten angezeigt. Die automatische Monatsunterteilung hilft sehr bei der Sortierung der Aufnahmen. Die Fotoapplikation wird eigentlich immer im Hochformat bedient, nur bei der Fotoanzeige ist dann auch eine Querformatsbedienung samt Zoomgesten möglich. Wenn Fotos per Synchronisation auf das Mobiltelefon gebracht wurden, können die Fotos weiterhin einzeln gelöscht werden - auf dem iPhone geht das nicht.Mit dem Start von Windows Phone 7 schlägt auch Microsoft den Weg der Konkurrenz ein und vertreibt Applikationen nur noch über einen zentralen Softwareshop, der auf dem Gerät läuft. Für die Nutzung des Windows Marketplace muss sich der Nutzer mit einem Windows-Live-Konto anmelden. Das Anlegen eines neuen Kontos ist vom Gerät aus möglich.

Testversion einer Software im Windows Marketplace herunterladen Testversion einer Software im Windows Marketplace herunterladen Im Unterschied zu anderen Softwareshops unterstützt der Windows Marketplace einen Testkauf. Anbieter kostenpflichtiger Applikationen können ihre Produkte als Testversionen anbieten. Damit kann die Software vor dem Kauf ausprobiert werden. Ansonsten muss bei anderen Plattformen manche Applikation auf Verdacht gekauft werden, weil es keine Möglichkeit gibt, die Software vorher auszuprobieren. Wenn eine Applikation standortbasierte Informationen sammelt, wird vor der Installation darauf hingewiesen.Das Herunterladen und Installieren von Applikationen läuft im Hintergrund, der Marketplace ist dabei ohne Einschränkungen weiter nutzbar. Anders als die E-Mail-Kachel zeigt die Marketplace-Kachel immer korrekt die anstehenden Updates. Wenn also eine Applikation aktualisiert wurde, verringert sich der Zähler um einen Wert und wird nicht auf null zurückgesetzt. Über einen zentralen Punkt können alle Updates mit einem Schlag installiert werden. In der Übersichtsseite fehlen leider Hinweise dazu, ob eine Applikation bereits installiert oder ob ein Update verfügbar ist. Erst in den Details der Applikation sieht der Nutzer diese Informationen.Der Kauf von Applikationen ist im Windows Marketplace nur per Kreditkarte möglich. Weder wird eine Bezahlung über eine Bankverbindung noch über die Mobilfunkrechnung geboten. Die Suche im Marketplace umfasst auch den Zune-Musik-Shop, so dass sich die Suche nicht nur auf Applikationen beschränken lässt. Das macht die Suche nach Applikationen unnötig kompliziert.

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Posted by: akkusmarkt at 03:04 AM | No Comments | Add Comment
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