March 14, 2017

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In seinem Video zeigt Amazon Lieferdrohnen, die komplett autonom agieren: Sie greifen im Lieferzentrum ein Paket, starten und fliegen ihr Ziel selbstständig an. Technisch ist das machbar, sobald die GPS-Koordinaten des Empfängers bekannt sind. Offen ist, ob die Drohnen das Ziel auf direkter Luftlinie ansteuern sollen oder möglicherweise durch vorgegebene Flugkorridore.Unklar ist auch, wie Amazon sicherstellen will, dass der Empfänger das Paket erhält - und nicht etwa ein Passant auf der Straße. Auch das Startup Flirtey hat hierzu noch keine Informationen gegeben. Denkbar wäre, dass der Empfänger die Auslieferung über eine Smartphone-App bestätigt.Spielzeugdrohnen gibt es im Internet schon ab 150 Dollar - aber größere Flieger, wie sie Amazon verwenden dürfte, kosten schnell mehrere tausend Dollar. Lohnt es sich, sie als Transporter einzusetzen? Für die Standardlieferung vom Schuhhändler dürfte das nicht zutreffen. Doch wer es eilig hat, kann heute schon bei Amazon für 13 Euro eine Expresslieferung bestellen. Das Startup Shutl bietet in Großbritannien sogar Lieferungen binnen 90 Minuten an.

Diesen Trend zum Expressversand könnten Drohnen künftig befeuern. Das australische Startup Flirtey etwa will ab 2014 Bücher zu Kosten von 0,80 australischen Cent liefern - statt bisher 8,60 australische Dollar. Das ist ambitioniert. Aber die Rechnung könnte zumindest in der Tendenz aufgehen: Drohnen verursachen keine Personalkosten - und auch die Betriebskosten der Leichtgewichte dürften je nach Route und Beladung geringer liegen als bei herkömmlichen Vertriebswegen mit der Post.Trotz aller Machbarkeit benutzt Amazon bei der Beschreibung des Projekts noch viele Konjunktive. Frühestens 2015 könnten die Drohnen für den Einzelhändler in den USA zum Einsatz kommen. Ob und wann es in Deutschland so weit sein wird, ist offen. Dass Amazon die Meldung trotzdem jetzt zum Weihnachtsgeschäft publiziert, kann nur als gute Eigen-PR gewertet werden.Gerade in Europa musste das Unternehmen in den vergangenen Wochen mit negativen Schlagzeilen kämpfen. Streitigkeiten um den Einsatz von Leiharbeit, Grabenkämpfe zwischen Gewerkschaften und Geschäftsführung - und jetzt auch noch erste Mitarbeiterstreiks zur Hauptsaison.

450 Vorbesteller kamen nach Helsinki zum Launch-Event für das langersehnte erste Smartphone mit Jollas Betriebssystem Sailfish OS. Es hat eine durchdachte Gestensteuerung sowie intelligente Wechselcover und unterstützt Android-Apps.
Jolla hat am 27. November 2013 in Helsinki sein erstes Smartphone mit dem neuen mobilen Betriebssystem Sailfish OS vorgestellt. Zusammen mit dem Netzbetreiber DNA veranstaltete der Hersteller auf dem Narinkkatori-Platz ein großes Launch-Event. Golem.de hat sich eines der ersten Geräte abgeholt und Sailfish OS einem Praxistest unterzogen.Mit seinem ersten Smartphone möchte Jolla dort weitermachen, wo Nokia 2011 aufgehört hat, als es das Betriebssystem Meego aufgab. Jolla wurde von ehemaligen Nokia-Mitarbeitern gegründet, um ein auf Meego basierendes neues Betriebssystem zu programmieren: Sailfish OS. Einer der leitenden Mitarbeiter von Jolla ist der ehemalige Leiter der Meego-Entwicklung bei Nokia, Marc Dillon. Viele treue Meego-Nutzer warten schon lange auf einen Nachfolger für ihr mittlerweile betagtes Nokia N900 - zusammen mit aktueller Hardware wie LTE-Unterstützung, Snapdragon-Prozessor und intelligenten Wechselcovern scheint das Jolla-Smartphone dafür geeignet zu sein.

Das Open-Source-Betriebssystem Sailfish OS basiert auf der Mer-Plattform, die ihrerseits auf Meego basiert. Auf Jollas erstem Smartphone läuft Sailfish OS in der Version 1.0.0.5, Codename Kaajanlampi. Die Benutzeroberfläche teilt sich in drei Hauptbereiche auf: den Sperrbildschirm, die Übersicht über die offenen Apps und das App-Verzeichnis. Das Smartphone hat weder einen Home-Button noch Navigationstasten, die Bedienung erfolgt komplett über Gesten. An der Seite befinden sich lediglich ein Einschalter und eine Lautstärkewippe.Die Gestensteuerung von Sailfish OS erinnert etwas an die von Blackberrys mobilem Betriebssystem Blackberry 10, ist allerdings deutlich umfangreicher. Der Nutzer weckt das Jolla-Smartphone entweder konventionell über den Einschalter auf oder wie bei Nokias Lumia-Geräten mit einem Doppeltipp auf den Bildschirm.Der Sperrbildschirm zeigt in der linken oberen Ecke neue Nachrichten und weitere Statusmeldungen. Wird eine Sicherheitssperre mit Code eingerichtet, erscheint diese nach dem Wegwischen des Sperrbildschirms. Am oberen Displayrand ist ein in der aktuellen Hauptfarbe gehaltener heller Streifen zu sehen. Dieser zeigt an, dass mit einem Wisch von der Bildschirmmitte nach unten eine Menüauswahl aufgerufen werden kann - ein System, das Jolla an zahlreichen Stellen des Betriebssystems nutzt.

Über dieses Menü kommt der Nutzer im Falle des Sperrbildschirms schnell zu den Einstellungen, der Kamera und der Telefonfunktion. Außerdem kann er das Smartphone stumm schalten. In Apps kann er mit der Geste meist grundlegende Funktionen ausführen, beispielsweise einen Kontakt in der Telefon-App suchen oder im Browser einen neuen Tab erstellen.Wischt der Nutzer vom oberen Rand nach unten in den Bildschirm hinein, schaltet er das Smartphone in den Standby-Modus - dies funktioniert auch von der Übersicht der geöffneten Apps und dem App-Verzeichnis aus. Innerhalb einer App führt diese Geste dazu, dass das Programm geschlossen wird. Ein Wisch vom linken oder rechten Rand in den Bildschirm hinein legt die App auf dem Übersichtsbildschirm ab, wo sie schnell wieder aufgerufen werden kann. Zudem kann der Nutzer hier bei manchen Apps Grundfunktionen ausführen, ohne das Programm selbst zu öffnen. Insgesamt können maximal neun Apps in der Übersicht abgelegt werden, ab der zehnten wird die jeweils älteste automatisch ausgeblendet, aber nicht beendet.

Dieser Übersichtsbildschirm ist besonders bei Jollas eigenem E-Mail-Client nützlich, da so schnell kontrolliert werden kann, ob neue Nachrichten vorliegen. Beim Browser ist es möglich, die aktuell geöffnete Seite neu zu laden oder einen neuen Tab zu öffnen. Zusätzlich werden bei manchen Apps Informationen angezeigt, so dass diese stellenweise ähnlich wie Widgets unter Android arbeiten.Wischt der Nutzer von unten in den Bildschirm, öffnet er die Benachrichtigungsübersicht. Hier erscheinen Benachrichtigungen von allen eingerichteten Konten, also beispielsweise Google-Plus-, Facebook-, Twitter- und SMS-Nachrichten. Diese erscheinen auch dann, wenn keine der passenden Apps installiert ist - neue Facebook-Kommentare oder Nachrichten werden beispielsweise direkt im Browser angezeigt, wenn auf die Benachrichtigung geklickt wird.Ähnlich wie bei Windows Phone 8 erscheint jede Benachrichtigung auch als Toast-Nachricht, die direkt angeklickt werden kann. Solch eine Benachrichtigung erscheint auch, wenn der Nutzer beispielsweise E-Mails löscht: Er hat dann fünf Sekunden Zeit, mit einem Fingertipp die Löschung noch zu verhindern.

Innerhalb von Menüs und manchen Apps navigiert der Nutzer ebenfalls mit Wischgesten. Ein Wisch nach links entspricht dabei entweder dem Befehl für vorwärts oder dient der Zustimmung; ein Wisch nach rechts bringt den Nutzer zum vorigen Bildschirm zurück. Jede Wischgeste kann bei Sailfish OS auch nur angedeutet werden. So kann der Nutzer etwa bei einer Benachrichtigung über eine neue E-Mail kurz nach deren Absender schauen, während er weiter in der aktuell genutzten App bleibt. Dieses Prinzip erinnert an den Blackberry Hub von Blackberrry 10, bei dem der Nutzer durch eine angedeutete Geste einen Blick auf seine E-Mails werfen kann.Aktuell ist die App-Auswahl im Jolla-Store noch sehr übersichtlich. Das Jolla-Smartphone wird relativ nackt ausgeliefert, nicht einmal ein E-Mail-Programm ist aktuell vorinstalliert. Jolla hat daher im Appstore eine eigene Rubrik mit grundlegenden Programmen angelegt. Hier finden sich neben dem E-Mail-Client auch Programme wie eine Taschenrechner-App, ein Dokumenten-Reader und eine nachinstallierbare Unterstützung für Microsoft Exchange.

Die nativen Sailfish-OS-Apps können in Qt oder QML entwickelt werden. Bevor das erste Jolla-Smartphone auf den Markt kam, hatte der Hersteller angekündigt, dass auch Android-Apps unter Sailfish OS laufen. Jolla selbst hält diese Option für essenziell, um auf dem Smartphone-Markt eine Chance zu haben, wie ein Mitarbeiter Golem.de erklärt. Zu stark sei mittlerweile Androids Dominanz, die mit einem gewissen Grad an Kompatibilität durchbrochen werden solle. Über den Yandex-Appstore lassen sich einfach Android-Programme installieren, wie beispielsweise Skype oder der Opera-Browser. Die Auswahl ist aber auch hier begrenzt.Android-APKs lassen sich jedoch auch problemlos manuell auf dem Jolla-Smartphone installieren. Dazu muss eine APK-Datei einfach ausgeführt werden, die App wird dann automatisch installiert. Da es momentan noch keinen Datei-Explorer zu geben scheint, sind per USB-Kabel auf das Smartphone gespielte Dateien allerdings nicht aufzufinden. Werden die APKs in einen Cloud-Speicher hochgeladen, können sie aber heruntergeladen und installiert werden. Das ist umständlich, solange es keinen Dateimanager für Sailfish-OS gibt. Zwar kann über den Yandex-Store der ES File Manager für Android installiert werden, dieser hat jedoch keinen Zugriff auf das Dateisystem von Sailfish OS.

Manche Android-Apps funktionieren auf Jollas Smartphone nicht. Dazu zählen beispielsweise einige Programme, die zusätzliche Dateien herunterladen müssen.In einer Android-App kann der Nutzer nicht mit Gesten in Menüs zurückgehen, dafür wird die von Android gewohnte Zurück-Taste eingeblendet. Auch die zuletzt verwendeten Apps kann der Nutzer mit einem Software-Button einblenden, den Home-Button gibt es nicht. Um zum Startbildschirm zurückzukehren oder die App zu schließen, verwendet der Nutzer die Sailfish-OS-Befehle.Die Android-Kompatibilität Jollas geht so weit, dass Android-Nutzer künftig Sailfish OS einfach auf ihren Smartphones installieren können, wie Jolla-Chef Tomi Pienimäki dem Magazin Talouselämä verraten hat. "Das ist der Plan. Wir sind im Geräte- und im Betriebssystemgeschäft. Es ist ziemlich einfach, Sailfish OS auf einem Android-Gerät zu installieren", erklärt Pienimäki.

Insgesamt ist Sailfish OS übersichtlich und gut gelungen, zudem läuft es - abgesehen vom ruckeligen Browser - flüssig in den Menüs. Auch mit mehreren geöffneten Apps kann das Jolla-Smartphone gut umgehen. Jedoch stehen aktuell noch kaum die Hardware fordernde native Apps zur Verfügung. Die Kompatibilität zu Android-Apps ermöglicht es dem Nutzer, das App-Spektrum zu erweitern. Momentan noch nicht vorhandene native Sailfish-OS-Apps können auf diese Weise ersetzt werden, beispielsweise Facebook und Twitter. Aktiviert der Nutzer den Entwicklungsmodus, kann er mit einem Command-Terminal auf das System zugreifen. Da Sailfish OS ein echtes Linux-System ist, ist die Shell komplett funktionstüchtig.Die Benutzerführung ist umfangreich, durchdacht und intuitiv, Jolla hat das bereits gute Gestensystem von Blackberry 10 noch übertroffen. Stärker als bei anderen gestenbasierten Betriebssystemen passierte es uns, dass wir auf anderen Smartphones die Sailfish-OS-Gesten ausführen wollten - besonders den Aufruf der Benachrichtigungen und das Ablegen der Apps. Auch für Nutzer, die von mobilen Betriebssystemen ohne Gestensteuerung wie Android oder iOS kommen, ist Sailfish OS bereits nach kurzer Zeit zugänglich.

Posted by: akkusmarkt at 03:58 AM | No Comments | Add Comment
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