March 02, 2017

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Das in konfigurierbaren Intervallen abgestrahlte Signal eines iBeacons enthält drei Bestandteile. Dazu zählt der Unique Identifier (UUID), eine hexadezimal notierte 16-Byte-Zahl. Zwei weitere Zahlen im Bereich von 1 bis 65535, Major und Minor genannt, komplettieren das Set. In der Praxis kann die UUID zum Beispiel als Kennzeichen eines Unternehmens dienen, Major eine Filiale bezeichnen und Minor einen konkreten Standort innerhalb dieser.Im Idealfall benötigt BLE nur ein Hundertstel des Stroms des in Bluetooth 4.0 Classic genannten Verbrauchs herkömmlichen Bluetooths. Selbst im schlechtesten Fall liegt der Stromverbrauch von BLE nur bei der Hälfte. In der Folge hält die Knopfzelle eines iBeacons laut den Herstellern zwischen sechs und vierundzwanzig Monate durch. Die Laufzeit hängt maßgeblich von der Länge des Sendeintervalls und der Signalstärke ab und dürfte in der Praxis geringer ausfallen. Dank BLE wird auch der Akku des Smartphones durch das Ausschauhalten nach Sendern kaum strapaziert.

Theoretisch erreichen iBeacons eine Reichweite von circa 30 bis 50 Metern. Für das 2,4-GHz-Signal gelten dieselben Beschränkungen, wie man sie bereits aus der Welt der Drahtlosnetzwerke kennt: je mehr Wände, umso geringer die Reichweite. Die Datenübermittlung vom Sender (iBeacon) zum Empfänger (zum Beispiel ein Smartphone) geht ohne das für Bluetooth typische Pairing vonstatten. Daten empfangen können iBeacons nicht.Die Standortermittlung mittels iBeacon weist eine Ungenauigkeit von bis zu mehreren Metern auf. Das hat unser Test ergeben, für den wir ein iPad 4 mit iOS 7.1 und der kostenlosen App xBeacon in ein iBeacon verwandelt haben. Als Empfänger diente ein Google Nexus 4 mit Cyanogenmod 11 Nightly und iBeacon Locate.Bestätigt wird dieser Eindruck durch iOS. Das Betriebssystem teilt Apps erst gar keine konkrete Entfernung, sondern nur einen grob definierten Bereich mit. iOS nutzt drei Zonen, welche die Entfernungen von etwa 2 bis 50 Metern (Zone "far"), rund 5 Zentimeter bis 2 Meter (Zone "near") und unter 5 Zentimetern ("immediate") abbilden.

Entwickler überlegen, wie sich die Präzision der Standortbestimmung erhöhen lässt, zum Beispiel durch den Einsatz mehrerer iBeacons. Die dabei genutzte Technik der Lateration basiert aber auf der Stärke des empfangenen Signals. Zwar liefert iOS Apps diesen Wert, doch er schwankt stark und ist deshalb kaum brauchbar.Abhilfe könnte die von Nokia entwickelte, mit iBeacon konkurrierende BLE-Erweiterung High Accuracy Indoor Positioning (HAIP) schaffen. Sie ermöglicht die Standortbestimmung mit einer Genauigkeit von bis zu zehn Zentimetern. HAIP ist bislang aber nicht einmal in der Bluetooth-Spezifikation angekommen, geschweige denn in der Praxis. In einem ähnlich frühen Stadium befinden sich auch Versuche, die Indoor-Navigation anhand von Schwankungen im Magnetfeld oder über LED-Lichtsignale zu realisieren.Anders sieht das bei der Near Field Communication (NFC) aus. Insbesondere unter Android-Geräten finden sich zahlreiche, die NFC unterstützen. NFC-Tags sind mit einem Stückpreis im Cent-Bereich deutlich günstiger als iBeacons und können wie diese eine fest definierte Datenmenge versenden. Dazu muss das Smartphone aber in unmittelbare Nähe des NFC-Tags - wenige Zentimeter - gebracht werden, denn NFC-Tags senden nicht aktiv. Das erspart zwar den Einsatz einer Batterie und hält die Abmessungen gering, mindert aber auch die Einsatzmöglichkeiten deutlich.

Oelling von der Firma Sensorberg spricht in Bezug auf iBeacon von einer "neuen Technik, die aber schon in unser aller Hosentaschen steckt". Zumindest das Potential dafür, einen BLE-kompatiblen Chip, tragen zahlreiche Smartphones, Tablets und PCs bereits in sich. Bei Apple machte 2011 das iPhone 4S den Anfang. Alle seither erschienenen iOS-Geräte sind fit für BLE. Auch Android-Geräte wie Google Nexus 4, 5, 7 und 10, HTC One und Samsung Galaxy ab S3 finden sich auf der Liste der Bluetooth-Smart-Ready-Produkte. Als Smart Ready werden Geräte bezeichnet, die sowohl klassisches Bluetooth als auch BLE unterstützen.Erste Macs mit BLE-Chips und kompatiblem OS X erschienen Mitte 2011. Spielt man auf diese Geräte das aktuelle OS X 10.9 Mavericks auf, lassen sie sich dank BeaconOSX in ein iBeacon verwandeln. Auch Windows 8 und BlueZ, Linux' offizieller Bluetooth-Stack, sind BLE-kompatibel.

iOS kennt sich seit Version 5 mit BLE aus, Windows Phone 8 sowie BlackBerry 10 unterstützen den Standard ebenfalls. Android unterstützt erst ab Version 4.3 Jelly Bean BLE. Es kann deshalb vorkommen, dass die Hardware eines Androiden BLE-fähig ist, die Funktion aber mangels ROM-Update ungenutzt bleibt. Dann können Custom ROMs wie Cyanogenmod eine Lösung sein.Entwicklern bietet iOS 7 derzeit die besten Voraussetzungen für die Integration von iBeacon in Apps. Seit iOS 7 startet das Betriebssystem sogar nicht mehr im Speicher befindliche Apps, wenn es ein von diesen registriertes iBeacon entdeckt hat oder dessen Signal verliert. Die Registrierung dafür erfolgt über das Core-Location-Framework, das leichter zu handhaben ist als Core Bluetooth. Die wohl bekannteste iBeacon-kompatible iOS-App dürfte IFTTT sein. IFTTT führt Aktionen beim Eintreten ausgewählter Ereignisse aus. Es erstellt zum Beispiel einen Kalendereintrag beim Nach-Hause-Kommen.Android unterstützt iBeacon nicht ab Werk. Mehrere Drittanbieter konkurrieren mit ihren Lösungen um die Gunst der Entwickler, darunter Radius Networks und Sensorberg. Die kostenfreie Lösung von Radius Networks besteht aus einer Programmbibliothek, die Android einen iBeacon-Service und die notwendige API spendiert.

Sensorberg setzt auf ein Komplettpaket aus Hardware, Software Development Kit und einer Software für das Management der iBeacons, der App-Inhalte und Benutzer-Interaktionen. Die Sensorberg-Lösung kam zum Beispiel in der für Android und iOS erhältlichen App zur Cebit 2014 zum Einsatz. Die App lieferte an ausgewählten Messeorten Ausbildungsplätze, Praktika- und Jobangebote auf das Smartphone.Auf Verbraucherseite weckt iBeacon die Angst vor einem mit Werbung zugespamten Smartphone, vor aufdringlich individualisierter Kundenansprache wie in Minority Report. Teilweise sind diese Sorgen unberechtigt, wie die zwangsläufig als Referenz dienende iBeacon-Funktion von iOS zeigt. iBeacon setzt auf ein Opt-in-Modell. Erst durch Installation einer iBeacon-App wird man zum Nutzer, alle anderen Smartphone-Besitzer bleiben verschont.Auch weist iOS nur dezent auf durch iBeacon ausgelöste Informationen hin. Sie erscheinen, wenn der Nutzer sein Smartphone einschaltet, während er sich in Reichweite des Beacons befindet, und verschwinden wieder, wenn er sich davon entfernt. Keine Störung durch Piepen und Vibrieren oder gar eine überquellende Nachrichtenzentrale nach dem Besuch eines Einkaufszentrums.

Wann Anwender eine iBeacon-App als nützlich empfinden und wann sie nervt, das wird sich maßgeblich über die Qualität der bereitgestellten Informationen und Funktionen entscheiden. Oelling erläutert: "Location-Services, nicht Location-Marketing". Demnach werden nur Apps mit Nutzwert Erfolg haben. Nervige Apps fliegen hingegen vom Handy, negative Bewertungen erledigen den Rest.Problematisch scheinen eher solche Apps, die den Nutzer heimlich ausspionieren. Weil sie nicht nerven, laufen sie auch nicht Gefahr, vom Handy verbannt zu werden. Es liegt nah, dass es Apps geben wird, die Punkte für Rabattprogramme sammeln. Solche Apps müssten sich aber - zumindest aus technischer Sicht - nicht auf das Punktezählen beschränken. Sie können still und leise speichern, wann und wo sich der Kunde in welchen Filialen herumtreibt.Verschärfen würde das Problem die Zusammenführung dieser Informationen mit anderen Daten. Zum Beispiel mit denen vom Bezahlsystem ("Was hat der Kunde gekauft?"). Und mit denen aus anderen Shops, die mit demselben Rabattprogramm locken. Und mit denen aus dem Tracking anhand der MAC-Adresse des Smartphone-WLAN-Chips.

iBeacon ist deshalb nicht nur Nutzenstifter, sondern hat auch das Potential dazu, manchen Konsumenten stärker zu durchleuchten, als ihm lieb ist. Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein, meint dazu: "Standortdaten sind hochsensibel und geben Auskunft über Bewegungen, Kontakte oder Interessen." Deshalb gehe zumindest die deutsche Rechtsordnung davon aus, dass jenseits von der reinen technischen Erbringung von Diensten Standortdaten ausschließlich auf der Basis einer informierten Einwilligung verarbeitet werden dürften.Gesetzliche Schutzregelungen, die der unkontrollierten Nutzung der via iBeacon gewonnenen Daten entgegenwirken, existieren also. Deren Nutzen dürfte aber eher über- als unterschätzt werden. Zum einen ist damit zu rechnen, dass der entsprechende Hinweis in den App-AGB untergebracht wird, wo ihn die Mehrzahl der Nutzer ungelesen wegklickt. Zum anderen fällt auch die Kontrolle der Nutzung der Daten schwer. Probleme also, die iBeacon mit vielen anderen Technologien teilt.Tim Kaufmann ist Web-Strategist bei der Internetagentur Taquiri im hessischen Hüttenberg. Er schreibt seit vielen Jahren über Techniktrends mit den Schwerpunkten Persönliche Produktivität und Entwicklung digitaler Kundenbeziehungen. Privat bloggt er sporadisch auf timkaufmann.de.

Wiko baut in sein Android-Smartphone Highway einen Octa-Core-Prozessor ein. Der vermeintlich schnelle Chip mit den vielen Kernen ist jedoch der größte Kritikpunkt an einem ansonsten guten Smartphone mit toller Kamera und ansprechendem Design.
Mit dem Highway bringt der französische Hersteller Wiko eines der ersten Android-Smartphones mit Octa-Core-Prozessor nach Deutschland. Mit seinen acht Kernen, ausreichendem Arbeitsspeicher, einer 16-Megapixel-Kamera und einem ansprechenden Design bei einem recht niedrigen Preis von 350 Euro ist es ein vielversprechendes Gerät. Im Test zeigt allerdings gerade das Hauptmerkmal des Highway, der Prozessor, seine Schwächen. Wiko betont beim SoC mit acht Rechenkernen, dass es sich um einen "echten" Achtkerner handele, der also acht gleichberechtigte Kerne hat, die auch alle gleichzeitig zum Einsatz kommen. Dies unterscheidet den Prozessor von ARMs big.LITTLE-Architektur, die vier leistungsstarke mit vier schwächeren Kernen kombiniert und die Arbeitslast entsprechend verteilt.

Der Octa-Core-Prozessor im Highway ist ein MT6592 von Mediatek, der im November 2013 präsentiert wurde. Die Taktrate beträgt 2 GHz, wobei acht etwas ältere Cortex-A7-Kerne verbaut wurden. Diese bilden bei der big.LITTLE-Architektur normalerweise die vier schwächeren Prozessoren. Der Arbeitsspeicher ist 2 GByte groß, der eingebaute Flash-Speicher 16 GByte. Dieser ist überflüssigerweise in zwei Bereiche eingeteilt: einen internen Speicher und einen Telefonspeicher. Der primäre interne Speicher beträgt lediglich knapp 2,5 GByte; glücklicherweise lassen sich Apps in den mit 10 GByte größer bemessenen Telefonspeicher verschieben. Einen Steckplatz für Micro-SD-Karten hat das Highway nicht.Das Smartphone unterstützt Quad-Band-GSM und UMTS auf den Frequenzen 900, 1.900 und 2.100 MHz. Auch LTE beherrscht es nicht. WLAN wird nach 802.11a/b/g/n auf den Frequenzen 2,4 und 5,0 GHz unterstützt. Bluetooth läuft in der Version 4.0, ein GPS-Empfänger ist eingebaut. Auf NFC muss der Nutzer verzichten.Ein Octa-Core-Prozessor mit 2 GHz, 2 GByte Arbeitsspeicher - das klingt nach guten Voraussetzungen für ein schnell reagierendes Smartphone mit flüssig laufendem Betriebssystem. Leider enttäuscht das Highway in dieser Hinsicht.

Von den acht Kernen des Highway merken wir in der Praxis nicht viel. Das Smartphone schafft es häufig nicht, Menüs ruckelfrei und ohne Eingabeverzögerung darzustellen. Dementsprechend laufen auch grafikintensive Spiele nicht ohne leichte, aber merkbare Aussetzer und deutliche Ruckelphasen bei aufwendiger Grafikdarstellung. Die Beobachtung der Kerne zeigt, dass diese bei rechenaufwendigen Apps durchaus voll ausgeschöpft werden: Bei der Berechnung der Zahl Pi auf 10 Millionen Stellen greift das Highway auf alle acht Kerne zu und lastet diese mit 2 GHz aus. Mehrere Ursachen sind denkbar für die dennoch mittelmäßige Performance: Zum einen ist es möglich, dass die Software nicht gut genug auf die Hardware abgestimmt ist. Eine anderes Problem könnte die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Mediatek-Prozessors an sich aufgrund seiner Cortex-A7-Kerne sein.Die bestenfalls durchschnittliche Leistungsfähigkeit des Highway zeigt sich auch in den Benchmarks. Im Gerätetest Geekbench 3 erreicht das Smartphone im Single-Modus nur eine Punktzahl von 327 - das liegt auf dem Niveau des Fairphone und noch unter dem des ersten Fonepads von Asus. Das Nexus 4 erreichte hier in unserem Test 513 Punkte.

Posted by: akkusmarkt at 05:24 AM | No Comments | Add Comment
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