November 07, 2016

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Abgesehen davon ist der Zoomfaktor der wahrscheinlich wichtigste Vergleichsunterschied der drei Modelle. Hier punktet die Sony mit ihrem 3,6fach-Zoom (KB-entsprechend 28 bis 100 mm) am schwächsten – doch ist sie auch mit Abstand die kompakteste der drei Modelle. Die Canon liegt mit ihrem 5fach-Zoom im Mittelfeld und bietet einen Zoombereich im Vergleich zu Kleinbild von 28 bis 140 mm. Das ist bei ihrer kompakten Grösse schon ganz anständig und für die meisten Motivbereiche durchaus genügend. Die Nikon trumpft mit dem 7,1fach-Zoom, welches einem 28 bis 200 mm bei Kleinbild entspricht und noch mehr Möglichkeiten bietet.

Die eingebauten Miniblitze helfen in Notfällen. Alle drei Modelle haben (jetzt) jedoch Zubehörschuhe, welche den Einsatz von externen Blitzgeräten zulassenEin weiterer Unterschied sind die Faktoren des Digitalzooms, das seit den Anfängen der Digitalfotografie einen schlechten Ruf mit sich trägt. Allerdings zu Unrecht, denn die Hersteller haben diesen Kritikpunkt mit entsprechenden Algorithmen und Bilddatenoptimierungen in der Kamera weitgehend behoben, oder sagen wir mal: stark verbessert. Hier riskiert Canon die beiden Faktoren von 10x und 20x, Sony setzt auf den Faktor 14x, und Nikon will mit dem Faktor 4x auf der sicheren Seite bleiben.

Der wahrscheinlich wichtigste Unterschied der drei Modelle ist ihre Grösse und das Gewicht. Es lässt sich unschwer auf den hier gezeigten Abbildungen erkennen, dass die Nikon deutlich grösser und demnach schwerer als die beiden anderen ist und nur noch bedingt als «taschenkompakt» bezeichnet werden kann. Schon die deutlich kleinere Canon bewegt sich hier am Rande, vor allem im Vergleich mit der Sony, die nun wirklich problemlos jederzeit dabeisein darf.Der Design-Aspekt ist Geschmacksache und soll hier untergeordnet eingebracht werden: Die Sony brilliert mit einer schlichten und eleganten Form. Sie verzichtet dabei auf designstörende Einstellräder und –knöpfe, die bei den anderen Modellen wichtige Argumente und bedingt auch Praxisvorteile sind (zum Beispiel die Belichtungskorrektur) und die Einstellungen sogar mit Handschuhen ermöglichen. Die Canon kommt heute abgerundeter daher und hat das Design gegenüber früherer G-Modelle verfeinert und verschönert. Die Nikon P7800 ist die «Technoratenkamera», deren die Bedienelemente und die gute Zugänglichkeit wichtiger sind als ein edles Aussehen.

Die legendäre G-Reihe und das aktuelle Modell G16 gehört zu den beliebtesten Modellen im Canon-Sortiment. Die G16 und ihre Vorgängermodelle werden von vielen Canon-Fotografen neben einer EOS-Spiegelreflexkamera geschätzt, weil sie als «immer-dabei-Kamera» stets zur Hand sind und DSLR-ähnliche Bildergebnisse liefern.er geworden, doch seither hat sich die Kamera äusserlich nur geringfügig verändert, und auch die Features sind identisch geblieben. Der Sprung von G15 auf G16 betrifft in erster Linie den schnelleren Datenprozessor DIGIC 6 und die WiFi-Fähigkeit. Laut Canon bringt der schneller Prozessor deutliche Verbesserungen des schnelleren Autofokus und einer besseren Bildqualität, besonders bei schwachen Lichtbedingungen. Die automatische Scharfstellung ist tatsächlich sehr schnell geworden und gehört zu den schnellsten in der Topkompaktzoom-Klasse.

Die Bedienung der Kamera geht leicht von der Hand. Die Bedienelemente sind sehr ergonomisch platziert, gut bezeichnet und logisch in ihrer Nutzung. Auch das Konzept der Bedienung über das Frontrades (unterhalb des Auslösers) und des Drehrads auf der Rückseite für manuelle Bedienung ist sehr praxisgerecht. Praktisch ist auch die S- (für Shortcut) Taste, die mit beliebigen Funktionen belegt werden kann – aber die gab es bei den früheren Modellen der G-Klasse auch schon.Trumpf der G-Modelle ist das Drehrad für die Belichtungskorrektur, das seit der G15 nicht mehr links aussen, sondern jetzt mehr in der Kameramitte auf der Kameraoberseite unterhalb des Funktionsrades angeordnet ist. Persönlich habe ich die Platzierung des Rades links aussen bei früheren Modellen als sehr ergonomischer empfunden, während nun die Bedienung mit dem Daumen für alte G-Hasen eher gewöhnungsbedürftig erscheint. Jedenfalls ist die schnelle Korrekturmöglichkeit ein grosses Praxisplus, zumal man den Bildeffekt sofort auf dem Display sieht.

Dass die neueren G-Kameras kein Schwenkdisplay mehr besitzen, ist ein häufig geäusserter Kritikpunkt. Dies vor allem, wenn Selbstporträts machen möchte, was mit dem Dreh- und Schwenkdisplay der G12 noch möglich war. Die G16 unterscheidet sich damit auch deutlich von ihren beiden Mittesterinnen, der Nikon P7800 und der Sony RX100 Mk2, welche mindestens ein Kipp-, die Nikon sogar ein Schwenkdisplay aufweisen. Dennoch sprechen zwei Punkte für das fixe Display: Erstens wird dadurch die Kamera um mindestens fünf Millimeter in der Tiefe kompakter. Zweitens sind die LC-Displays in den letzten Jahren so viel besser geworden und ermöglichen einen sehr starken seitlichen Einblick, so dass Überkopf- oder Bodenstandorte damit problemlos möglich sind, auch wenn man das Display nicht schwenken kann.

Hingegen gewinnt die G16 in einem anderen Punkt, nämlich mit dem optischen Durchsichtssucher, ein zweifellos teureres Bauteil an der Kamera, das in der Praxis unbestrittene Vorteile hat. Erstens ist der Sucher bei starkem Umgebungslicht (Schneefeld oder Strand) ideal, wenn auf dem LC-Display (aller Kameras übrigens) dann gar nichts mehr zu sehen ist. Zweitens kann man mit dem optischen Sucher Batteriestrom sparen, indem man in kritischen Situationen das LCD ausschaltet.Der optische Sucher der G16 ist zwar ein unbestrittener Praxisvorteil, doch lässt die Bildübereinstimmung sehr zu wünschen übrig: Der rote Rahmen entspricht dem Sucherbild Allerdings, und dieser Kritikpunkt gilt für alle G-Modelle, ist die Sucherübereinstimmung mehr als dürftig, denn der optische Sucher zeigt nur gerademal etwa 70 Prozent des Motivfeldes und stimmt nicht einmal im Bildzentrum überein.

Canon hat übrigens ihr Angebot an Motivprogrammen in der G16 beträchtlich ausgebaut: Das Programm «Smart Auto» berücksichtigt 58 Aufnahmesituationen, und auf der Liste der Motivprogramme erscheint neu eine Position für Sternennachtaufnahme, Sternenspuren und Sternen-Zeitraffer-Movie, was bisher noch keine Kamera bietet. Allerdings braucht es dafür eine sternklare Nacht ohne Nebenlichteinflüsse, die sich leider in den Breitengraden des Testers im möglichen Zeitraum nicht anbot. Das Top-Kompaktmodell von Nikon löst die bisherige P7700 ab, die schon eine grosse Fan-Gemeinde um sich scharte. Die neue Nikon P7800 ist praktisch unverändert, bis auf den neuen elektronischen Sucher mit 100%-Übereinstimmung, der die Kamera deutlich aufwertet. Allerdings hat dafür das Einstellrad für die Bildqualität weichen müssen, wobei die entsprechenden Funktionen auf eine Taste in Kameramitte verlegt wurden. Gleich daneben befindet sich auch der Umschaltknopf zwischen Monitor und Elektroniksucher, was leider nicht automatisch mit Augenerkennung funktioniert – vielleicht kommt das noch.

Neben den beiden anderen Testkameras Canon G16 und vor allem Sony RX100 MK2 wirkt die Nikon P7800 eher gross und lässt sich kaum in der Jackentasche verbergen. Allerdings ist sie bezüglich Handhabung und Ergonomie ihren beiden Konkurrentinnen klar überlegen – zumindest für relativ grosse Europäerhände. Das trifft auch für die Erreich- und Bedienbarkeit der Einstelltasten und Funktionsräder zu, besonders für die beiden kleinen Funktionsräder auf der Vorder- und auf der Rückseite, mit denen im manuellen Modus Verschlusszeit und Blende schnell eingestellt werden können. Das gilt auch für das rechts aussen angeordnete Einstellrad für die Belichtungskorrektur, das durch einen Griffwulst gegen versehentliches Verstellen geschützt ist. Allerdings verstellt es sich gelegentlich trotzdem, zum Beispiel beim Versorgen der Kamera in die Fototasche – Olympus lässt grüssen.

Dass die P7800 deutlich grösser ist als die Canon und die Sony, hängt natürlich auch mit dem Objektiv zusammen: Ein 7-fach Zoom mit Lichtstärke 1:2.0 – 4.0 benötigt einfach einen gewissen Platz, und dafür hat die P7800 eigentlich eine erstaunlich geringe Tiefe. Sie übertrifft mit dem grossen Zoombereich ihre beiden Rivalinnen, ganz abgesehen davon, dass da Objektiv auch qualitativ ausgezeichnet ist.Als einzige der drei Kameras, und wenigen auf dem Markt, verfügt die P7800 über einen internen Speicher mit 86 Megabytes. Man kann demnach mit der Kamera (mindestens mit JPEG) noch weiter fotografieren, wenn die Speicherkarte voll ist oder wenn man diese, Gott behüte, zu Hause vergessen hat.

Die P7800 hat nicht nur einen Kipp- sondern sogar einen Schwenkmonitor, der sich seitlich ausschwenken und drehen lässt. Das ist praktisch, wenn man sich selbst mit Partnerin vor dem Matterhorn fotografieren möchte. Nachteil: Der Monitor lässt sich dann nur nach oben drehen, nicht nach unten.Weiter ist die P7800 mit einigen Kleinigkeiten ausgestattet, die man kaum erwartet, die jedoch nützlich sind. So beginnt ein Ring um den Einschaltknopf grün zu blinken, wenn man vergessen hat die Kamera auszuschalten, oder der Index der Belichtungskontrolle leuchtet Orange, sobald man das Kontrollrad verstellt hat.

Sony Cyber-shot RX100 MkII: Die Kleine mit dem grossen Sensor
Gegenüber der RX100 präsentiert sich die Mark II neu mit einem Zubehörschuh (für Blitz, Mikrofon oder elektronischem Sucher) und ist mit integriertem WiFi und NFC (Near Field Communication) sehr kontaktfreudig. Der Hauptunterschied zu den Vergleichskameras Canon G16 und Nikon P7800 versteckt sich im Innern: Der Sensor ist mit einem Zoll fast dreimal grösser als die 1/1,7" Sensoren der Mitbewerberinnen, und ist laut Sony etwa doppelt so empfindlich wie der Sensor der RX100. Die Sony-Kamera ergibt mit 20 Megapixel, gegenüber 12 Megapixel bei Canon und Nikon, mehr Auflösung und einen besseren Dynamikumfang. Das sieht man den Bildern an, besonders im Schwachlichtbereich, wo die RX100 MKII mit astreinen 12‘800 ISO trumpfen kann. Trotzdem des grossen Sensors ist die Sony die kompakteste und die leichteste der drei – mitsamt Kippdisplay – und sie kommt eben auch dort noch mit, wo man die beiden anderen vielleicht schon eher zuhause lässt.

Posted by: akkusmarkt at 11:52 AM | No Comments | Add Comment
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