February 21, 2017
Das hier getestete Surface Pro wird mit Windows 8 Professional ausgeliefert. Es bietet also mehr Möglichkeiten als das von uns bereits getestete Surface RT mit Windows RT, das eher zur Heimvariante zu zählen ist.Microsoft fällt es nicht nur schwer, die Unterschiede zwischen Windows 8 und Windows RT zu erklären. Auch Surface RT und Surface Pro voneinander im Geschäft zu unterscheiden, ist nicht einfach. Äußerlich ist im ausgeschalteten Zustand in der Vorderansicht kein Unterschied auszumachen. Beide Geräte haben ein spiegelndes 10,6-Zoll-Display und an derselben Stelle eine Webcam. Die Konstruktion ist bei beiden sehr gut.Der Blick von der Seite offenbart einen Unterschied: Das Surface Pro ist mit über 13 mm deutlich dicker als das Surface RT mit seinen 9 mm. Das macht die Pro-Variante weniger handlich.
Vom Surface RT übernimmt Microsoft einige ziemlich clevere Ansätze für mobile Rechner. Dazu gehört etwa der ausklappbare Standfuß auf der Rückseite, mit dem das Tablet zumindest quer stabil aufgestellt werden kann. Wer mutig ist, kann es auch hochkant aufstellen. Bei dem Gewicht würden wir das bei der Pro-Variante aber nicht empfehlen. Der Spalt im Tablet bietet mehr Raum für die Tonerzeugung und sorgt für die notwendige Belüftung des Core i5. (Foto: Nina Sebayang/Golem.de) Der Spalt im Tablet bietet mehr Raum für die Tonerzeugung und sorgt für die notwendige Belüftung des Core i5. (Foto: Nina Sebayang/Golem.de) Bei den Anschlüssen gibt es Detailunterschiede. So liegt der USB-Anschluss beim Pro-Gerät auf der linken Seite und der Displayausgang etwas ungünstig unterhalb des Stromanschlusses auf der rechten Seite.
Ein Unterschied ist hörbar, und zwar nicht beim selbst bei kurzen Lasten erstaunlich ruhigen Lüfter, sondern bei den Lautsprechern. Während unser Windows-RT-Tablet bei Systemklängen hörbare Vibrationen erzeugt und so den Ton stört, hat das Surface Pro diese Probleme nicht. Musik hören macht mit dem Surface Pro richtig Spaß, während sie beim RT-Gerät etwas blechern klingt. Zudem strahlt der Stereoton über die gesamte Rückseite ab. Dem Anwender passiert es bei der Pro-Variante nicht so leicht, dass er versehentlich den Ton mit dem Finger dämpft. Microsoft hat für die Tonerzeugung im Surface Pro deutlich mehr Volumen als das dünne RT-Tablet, und das hört man auch. Der Klang ist voller.Unser Surface Pro mussten wir erst einmal aktivieren, was uns etwas wunderte. Eventuell ist das bei den Handelsversionen nicht notwendig. Microsoft installiert auf das Surface Pro Windows 8 Pro in der 64-Bit-Version. Diese lohnt sich auch bei den fest eingebauten 4 GByte RAM. So stehen dem System immerhin 3,9 GByte zur Verfügung.
Unser Muster hat 128 GByte in Form einer mSATA-SSD von Micron (RealSSD C400). Das halten wir für eine vernünftige Größe für ein Windows-Tablet. Nach dem Einschalten standen uns immerhin noch 88 GByte zur Verfügung. Den Rest nimmt Windows ein und fast 8 GByte reserviert Microsoft für die Recovery-Partition. Sinnvoller wäre es, diese auf einem USB-Stick mitzuliefern, statt einen erheblichen Teil des Festspeichers zu belegen. Dass SSD-Speicher nicht gerade billig ist, interessiert die meisten PC-Hersteller nicht. Da ist Microsoft keine Ausnahme. Bei der Ersteinrichtung ist uns gleich aufgefallen, dass die Auflösung erheblich höher ist als beim Surface RT. Statt 1.366 x 768 Pixeln sind es 1.920 x 1.080 Pixel. Diese in der Standardeinstellung mit den Fingern zu treffen, ist bei 10,6 Zoll in der Diagonalen eine Herausforderung. Wer Windows-Touch gewöhnt ist, beherrscht das trotzdem recht schnell. Anstrengend ist die teils pixelgenaue Ansteuerung unter Windows trotzdem. Auch Windows 8 fehlen auf dem Desktop größere Trefferzonen um Bedienungselemente herum, wie etwa Slider, die unter iOS oder Android selbstverständlich sind. Mit der Modern-UI-Oberfläche allein lässt sich nicht vernünftig arbeiten.
Wie bei jedem Windows-Gerät ist erst einmal eine größere Patchaktion notwendig, anhand derer wir auch gleich einen Akkupraxistest durchgeführt haben. Die Patches lassen sich dank des Core i5-3317U mit seinen zwei Kernen à 1,7 GHz angenehm schnell installieren. Zudem mussten nur 35 Patches eingespielt werden. Microsoft installiert lobenswerterweise ein recht aktuelles Image des Betriebssystems. Bei PC-Herstellern ist das nicht selbstverständlich. Für Unternehmen interessant ist zudem das Surface Pro firmware and driver pack, eine Art kumulatives Update-Pack aller vorangegangenen Updates. Das erspart dem Admin bei der Erstellung spezieller Installationen etwas Arbeit. Solche Optionen gibt es seitens der PC-Hersteller, wenn überhaupt, nur bei Geschäftskundenhardware.
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- Akku Dell Inspiron 6400
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Das Surface Pro unterstützt auch USB 3.0. Microsoft verzichtet aber, vermutlich aus Designgründen, auf jeglichen Superspeed-Hinweis. Weder ist der Anschluss blau gefärbt noch gibt es das Superspeed-Logo am Anschluss. Wir haben nur einen kurzen Test (AS SSD und Crystal Disk Mark) mit einem USB-Stick von Sony (Micro Vault Match) gemacht und erreichten lesend die zu erwartenden 190 MByte/s und schreibend 50 MByte/s. Der USB-Anschluss tut also, was er soll. Die interne SSD erreicht 470 beziehungsweise 193 MByte/s, was für ein Tablet ziemlich viel ist. Der USB-Stick kann also die Daten schnell genug zum Tablet bringen, was wir in der Praxis mit einigen Dateitransfers auch bestätigen können.
Die restliche Hardware ist zumindest vom Funktionsumfang genauso wie die des Windows-RT-Geräts. Auch beim Pro-Tablet gibt es Dual-Band-WLAN entsprechend IEEE 802.11a/n (5 GHz) und 802.11b/g/n (2,4 GHz) sowie Bluetooth 4.0. Auch einen Micro-SDXC-Schacht besitzt das Surface Pro. Wir mussten ihn aber erst einmal suchen, da er nicht an derselben Stelle wie beim Surface RT ist. Das Loch dafür liegt oben rechts und hat wie der USB-Anschluss keine Beschriftung. Eine eingesteckte SD-Karte guckt nicht aus dem Gerät raus. Mit der mangelnden Beschriftung treibt es Microsoft sogar noch weiter als Apple, dem sein Minimalismus durchaus vorgeworfen wird.Mit einer Micro-SDHC-Karte im UHS-1-Modus haben wir Datenraten von rund 59 MByte/s schreibend und 70 MByte lesend im Lesegerät erreichen können. Gemessen wurde mit einer Sandisk Extreme Pro mit 16 GByte Kapazität.
Das Zubehör der Surface-Geräte ist kompatibel. Das magnetische Netzteil eines Surface Pro funktioniert auch am Surface RT und hat zusätzlich einen USB-Anschluss für das Aufladen von Kleingeräten. Selbst das RT-Netzteil arbeitet entgegen Microsofts Beschreibung am Surface Pro. Da es etwas schwächer ist - laut unseren Messungen zieht es nur 27 Watt aus dem Stromnetz -, lädt es das Surface Pro langsamer auf. Dafür ist es kleiner und handlicher. Mit dem zugehörigen Netzteil lädt das Surface Pro im eingeschalteten Zustand immerhin mit 37 Watt auf. Zum Vergleich: Der Akku des Surface RT wird an beiden Netzteilen bei aktivem Bildschirm mit etwa 25 Watt aufgeladen. Type- und Touch-Cover unterscheiden sich ebenfalls nicht und können ohne Probleme zwischen Surface Pro und Surface RT gewechselt werden. Type- und Touch-Cover kosten leider extra. Mit jeweils über 100 Euro ist die USB-Tastatur, die wegen des proprietären USB-Anschlusses nur an Surface-Geräten verwendet werden kann, sehr teuer. Derzeit bietet Microsoft nur beim Surface RT als kostenlose Zugabe eines der beiden Cover an.
Das Tippgefühl des Type-Covers gefällt uns besser, auch wenn die Tastatur recht laut ist. An das schön dünne Touch-Cover konnten wir uns nicht so recht gewöhnen. Es lässt sich zwar durchaus damit arbeiten, nervig ist allerdings, dass die F-Tasten-Symbole nicht aufgedruckt sind. Unter Windows RT fehlten sie uns nicht, als wir aber mit dem Dateimanager Total Commander arbeiten wollten, mussten wir die F-Tasten abzählen, um einen neuen Ordner zu erstellen (Fn+F7).Zwischen den beiden Microsoft-Tablets gibt es auch Unterschiede. Während das Surface RT auf Micro-HDMI als Anschluss für externe Monitore setzt - analoge Signale sind hier nur auf Umwegen möglich -, nutzt das Surface Pro den Mini-Displayport. Der kann nicht nur per Adapter HDMI- und DVI-D-Signale ausgeben, sondern eben auch jenes analoge VGA-Signal. Für Unternehmenskunden ist dieser Signalweg immer noch wichtig. Viele Projektorinstallationen setzen immer noch auf VGA-Kabel, insbesondere, wenn lange Kabelwege genutzt werden. Das Surface Pro kann also ohne Probleme auch für Präsentationen genutzt werden.
Ebenfalls nur für das Surface Pro ist der beigelegte Digitizer-Stift. Der lässt sich zwar auch am Surface RT befestigen, allerdings ist er da sinnlos, da das RT-Tablet nur einen kapazitiven Touchscreen benutzt. Dafür sind kapazitive Stifte nötig, die bei weitem nicht so präzise wie Digitizer-Stifte sind. Kapazitive Stifte funktionieren prinzipbedingt auch am Surface Pro.Der Bildschirm ist offensichtlich nicht optimal gefertigt. An der unteren Seite sehen wir sogenanntes Screenbleeding. Die einzelnen Lichtquellen sind sichtbar, die bei dunklen Szenen eine ungleiche Ausleuchtung im unteren Bereich erzeugen. Hier arbeitet die Lichtverteilung nicht ordentlich.Die Bewertung dieses Umstandes ist unterschiedlich. Apple wurde für solche Probleme bei iPads teils harsch kritisiert. Bei Windows-Geräten ist das Problem so verbreitet, dass es häufig nicht einmal mehr wahrgenommen wird. Viele Windows-Notebooks, die wir kennen, haben Screenbleeding-Probleme. Bei einem Vorzeigegerät wie dem Surface Pro muss so ein Fehler trotzdem nicht sein, auch wenn er nur in Filmen oder bei dunklen Spielen wahrnehmbar ist.
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Durch das hohe Gewicht von knapp über 900 Gramm ist das Surface Pro kein Ersatz für typische Tablets. Der Arm lahmt deutlich früher beim Herumtragen und wir würden auch nicht empfehlen, den Standfuß als zusätzliche Stütze beim Tragen zu verwenden, was wir beim Surface RT häufig tun. Dabei positionieren wir einen Teil der Hand zwischen Tablet und den ausgeklappten Standfuß.Das Surface Pro ist eher ein Ultrabook-Ersatz wie das Tablet Aspire P3 von Acer, das sogar als Ultrabook vermarktet wird. Die Microsoft-Konstruktion ist aber eleganter. Außerdem hat das Surface Pro mit dem Type- oder Touch-Cover auch ein Trackpad. Verglichen mit einem Ultrabook ist das Surface Pro kompakter, aber trotzdem noch auf dem Schoß oder einem kleinen Flugzeugsitz benutzbar.
Posted by: akkusmarkt at
03:19 AM
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